Gedicht ohne Ziel

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ein Freund schreibt
lesend kommen Erinnerungen über Dich
tropfend und brennend mit Tränen aus Säure:

warst Du vorher ziel- und sorgenlos
begraben Dich nun die Sorgen
– ohne Ziel, ohne Halt, um so tiefer

Du willst schreien, fliehen
sicher aber hält Dich Deine Zelle fest

Verbindung abgebrochen:
– Einsamkeit: Stück für Stück

Hallo, was bleibt mir noch?
Ein Buch, sich zu verlieren in den Zeilen?

Ein Lied zu fühlen, das bald und zu früh sterben wird?
Schon während alles um mich
in Melancholie ertrinkt?

So wird die Zeit mich hoffentlich
lehren, ein Ziel zu finden.

Eins steht dennoch in Frage:
bannt allein ein Ziel die Einsamkeit
?